In den letzten 30 Jahren betrug das Produktionswachstum pro Kopf in Europa, Nordamerika und Japan knapp 1 bis 1,5%. Und unser Leben hat sich sehr verändert: Zu Beginn der 1980er Jahre gab es weder Internet noch Mobiltelefon, der Flugverkehr war für die breiten Schichten der Bevölkerung kaum erschwinglich den größten Teil der heute verfügbaren medizinischen Spitzentechnologie gab es noch nicht, und eine lange Ausbildung konnte sich nur eine Minderheit leisten. In den Bereichen Kommunikation, Verkehrswesen, Gesundheitswesen und Bildungswesen waren die Veränderungen tiefgreifend, und sie hatten auch starke Auswirkungen auf die Beschäftigungsstruktur: Wenn die Pro-Kopf-Produktion in einem Zeitraum von 30 Jahren etwas um 35 bis 50% steigt, bedeutet das, dass es einen sehr großen Teil der heute erzeugten Produktion – zwischen einem Viertel und einem Drittel – vor 30 Jahre noch nicht gab und damit auch zwischen einem Viertel und einem Drittel der heutigen Berufe und Tätigkeiten vor 30 Jahren noch nicht existierten.

[…] Eine Gesellschaft, in der das Wachstum jährlich 1% beträgt, wie es seit Beginn des 19. Jahrhunderts der Fall ist, ist […] eine Gesellschaft, die sich permanent tiefgreifend erneuert.

(Thomas Piketty, Das Kapital im 21. Jahrhundert, C.H. Beck, S. 134)